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Buch des Monats FEBRUAR 2012 von Alexander H. Dohn:

"DIE HAND GOTTES"

von Thore D. Hansen


Diesen Monat empfehlen wir mal einen Thriller! Ist doch mal was anderes als immer nur Ratgeberliteratur. Außerdem kann ja auch in einem Roman versteckt oder zumindest geschickt verpackt Einiges an guten Ratschlägen vermittelt werden. Schließlich erzählt ja jeder Roman eine Geschichte, und hinter der Geschichte steckt dann ja auch noch die "Message", die Botschaft.

"Die Hand Gottes" heißt der Roman, den wir Ihnen im Februar vorstellen, er wurde von Thore D. Hansen geschrieben. Gleich vorweg, die Message ist genial, die Geschichte hinter der Geschichte ist packend, unglaublich, phantastisch. Die Story des Romans, der vor dieser Message abläuft ist schon etwas dünner. Leider und schade, da muss sich der Leser schon teilweise mühsam durch einige Durststecken der insgesamt 560 Seiten arbeiten.

Aber in der Summe lohnt es sich, denn die Grundidee ist einfach umwerfend: die katholische Kirche hatte sich in grauer Vorzeit, zu Zeiten Kaisers Konstantin mit eben diesen zusammengetan, und die katholische Lehre eben zur alleinigen Staatsreligion erwählt. Alle anderen Religionsformen wurden deshalb radikal unterdrückt, ausgemerzt, verbannt und ausgelöscht. Dazu zählten auch die Weisheiten und das Brauchtum der Kelten und Druiden. Nachfahren dieser Druiden finden nun auf romanhaften Umwegen und Schwierigkeiten Beweise, dass die Katholische Kirche, repräsentiert durch den Vatikan und die jeweiligen Päpste diese Vernichtung bewusst und vorsätzlich betrieben haben, und sämtliche Beweise bis in unsere heutigen Tage unterdrücken.

Diese Message, die sich ja nun nicht beweisen lässt, hat zumindest eine beunruhigende Wirkung, denn man kann sich ja leicht vorstellen, dass es so hätte sein können. Leider ist es nur ein Roman - kann man so sagen, als Sachbuch wäre es hoch explosiv und würde wie im Roman dargestellt die Welt aus den Angeln heben.

Als Denkanstoß und Impulsfaktor ist die Geschichte unbedingt lesenswert, das Buch regt zum Denken an, polarisiert und rüttelt auf. (Genial sind die Zitate diverser Geistesgrößen, die einigen Kapiteln vorangestellt sind und die gegen die Kirche wettern!!!)

Wie schon gesagt, die Geschichte des Romans selbst, die Rahmenhandlung ist etwas dünn, die Abfolge der Romangeschichte ist weder besonders spannend, noch prickelnd. Die Liebesgeschichten sind vorhersehbar, planbar und deshalb spannungslos.

Hier den jungen Autor Thore D. Hansen mit Dan Brown oder Frank Schätzing in eine Reihe zu stellen halte ich für übertrieben. Das Buch für sich ist gut, keine Frage, sonst würden wir es nicht empfehlen, aber zu einem Dan Brown in seinen besten Tagen, da ist schon noch ein weiter Weg hin.

Aber immerhin, es ist ein Erstlingswerk, und es ist gelungen. Drücken wir die Daumen, dass sich Verleger und Autor nicht unterkriegen lassen und an solchen Stoffen dranbleiben. Die Unterstützung der etablierten Kirchenanhänger dürfte ihnen verwehrt sein. Aber warum die Aufregung: es ist doch nur ein Roman, und man wird doch noch mal nachdenken dürfen....


Alexander H. Dohn

Scorpio Verlag, € 22,95
ISBN: 978-3942166270


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